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Zum dritten Mal fand im November 2008 in Hattingen ein außergewöhnliches, ja deutschland- und europaweit einzigartiges Literaturereignis statt: das Aphoristikertreffen – dieses
Mal mit noch größerer internationaler Beteiligung
als in den Vorjahren, für das ein gleichermaßen
unterhaltsames wie anspruchsvolles Thema
gewählt wurde, nämlich „Witz – Bild – Sinn: Facetten
des Aphorismus“. In der Tat stellen diese drei
Komponenten die Grundbausteine eines jeden gelungenen Aphorismus dar. Denn der Aphorismus möchte
über seine denkanstößigen, intellektuell-satirischen
Ambitionen hinaus beim Lesen oder Hören auch ganz einfach Vergnügen bereiten,
– und das geschieht meist durch Wortwitz und den Einsatz überraschender, ja bisweilen paradoxer Bilder. Der erste Teil dieser Dokumentation beinhaltet als „Fachbeiträge“ die verschiedenartigen Referate zu den drei Aspekten
„Witz – Bild Sinn“: von den drei dialogischen
Anregungen Friedemann Spickers und dem publikumswirksamen
Jonglieren James Gearys
über die essayistische Sinnsuche Norbert Wokarts
und die „Plauderei“ Rainer Kohlmayers,
die sich in ihrer Form eng an den witzig-satirischen
Inhalt anlehnt, bis zu dem wissenschaftlichen
Aufsatz Roland Galles zur Moralistik als
Denkbewegung und dem Interview mit Werner
Helmich, das die vorläufige Summe aus einer
lebenslangen Beschäftigung mit dem Bildaphorismus
zu ziehen sucht. Der zweite Teil präsentiert
die Ergebnisse der vier Workshops – neben
den drei Leitaspekten interessiert die Autoren
und Autorinnen immer wieder die Frage
zur Präsentation ihrer Texte –; im dritten Abschnitt
wird eine AUSWAHL NEUER APHORISMEN
vorgestellt, die die Teilnehmer/innen des Treffens
eingesandt haben. Denn über allen (sekundären)
Denkbemühungen wollen wir das Primäre
nicht vergessen: die Texte selbst. Sie bieten
u.a. einen Einblick in die Werkstatt des aphoristischen
Schreibens. Im vierten Teil schließen
sich neben dem Tagungsbericht die Adressen,
biographische und bibliographische Hinweise
an. Nicht zu vergessen die aussagekräftigen Illustrationen
der beiden Künstler Zygmunt Januszewski
und Hans-Joachim Uthke, die sich dem Aphoristikertreffen von Anbeginn verbunden
fühlten. Mit all diesen Facetten verfolgt der
Band ein Ziel: der kleinen Gattung im Rhythmus
von zwei Jahren ihr aktuelles Forum zu bieten.
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